10.06.2019

B90/Die Grünen kritisieren kurzfristige Änderung der Schuleinzugsbezirke

Die Gemeindeverwaltung überraschte in der letzten Woche damit, kurzfristig die Schuleinzugsbezirke der Gemeinde Lilienthal zum kommenden Schuljahr 2019/2020 zu ändern. An der Grundschule Trupermoor hat sich ein Überhang von 3 Kindern in den 1. Klassen ergeben, die nach den Sommerferien selbst unter Ausnutzung der maximal möglichen Teilungsgrenze nicht beschult werden können.

Da die Grundschule Worphausen noch freie Kapazitäten hat, entschied man sich dazu, die Straßen Richtpad, Im Dorfe, Hinkenweg und Heideweg dem Bezirk der Grundschule Worphausen zuzuordnen. Als "zwingend notwendige Verschiebung" beschreibt die Verwaltung in der entsprechenden Drucksache vom 07.06.2019 dieses Vorgehen, damit alle Erstklässler nach den Sommerferien eingeschult werden können.

Was für die Verwaltung und Außenstehende als nackte, schwarze Zahlen und Notwendigkeit präsentiert wird, trifft die betroffenen Kinder und deren Familien sehr hart. Innerhalb von 10 Wochen müssen sich diese Familien komplett umorganisieren - so fanden bereits Kennenlern- und Hospitationstage in der eigentlichen Grundschule Trupermoor statt und es wurden Schulwege abgegangen und Abläufe geübt. Auch die Frage des Transportes in die über 5km weit entfernte Worphauser Grundschule ist noch ungeklärt: die Verwaltung schreibt in ihrer Vorlage "Die Schülerbeförderung wird der Landkreis Osterholz durch Buseinsatz oder individuell, z.B. durch ÖPNV-Ticket oder Vereinbarung mit den Eltern, lösen" und lässt hiermit noch alle Optionen offen; wohlgemerkt auch der Tatsache geschuldet, dass man noch keine endgültige Lösung vorliegen hat.

Äußerst überraschend ist aus politischer Sicht die Kurzfristigkeit dieser Maßnahme. Es kann und darf bei einer geeigneten und vorausschauenden Schulplanung nicht passieren, dass dieser Zustand eintritt. Und es darf erst recht nicht passieren, wenn eine Gemeinde ein Jahr vorher die Ergebnisse zur Prognose der Schülerzahlen vorgelegt bekommt und hieraus eindeutig hervor geht, dass in der Variante 1 (Schülerzahlen in Analogie zur Wohnbauentwicklung) ab 2019/2020 6 Kinder über Teilungsgrenze liegen.

Wenn man sich nun die bauliche Entwicklung im Bereich Trupermoor ansieht, wo im Jahr 2018 im Bereich Viehreihe, Falkenberger Vieth und Weißdornweg 43 Wohneinheiten entstanden sind und in 2019 weitere 15 hinzu gekommen sind, so darf eine Zunahme der Kinderzahlen nicht überraschen - hat doch genau diese Entwicklung die Prognose der Firma Sweco vorhergesagt.

Im Juni 2018 hat die Fraktion B90/Die Grünen im Gemeinderat im Zuge der Diskussion um den Standort einer 5. Grundschule darauf hingewiesen, dass ein zusätzlicher Zug im Ortskern bereits ab dem Schuljahr 2019/2020 zur Verfügung stehen muss. Auch aus diesem Grund haben wir immer wieder den Bau einer Schule in modularer Bauweise propagiert, da dies zeitlich die effektivste Methode ist.

Im Ausschuss für Bildung und Kultur im April 2019 konnte die Verwaltung auf mehrfache Nachfrage weder einen aktuellen Stand zu den Schülerzahlen geben, noch ein Datum nennen, wann diese Informationen vorliegen. Die Arbeitsweise einer Verwaltung, die vier Monate vor Beginn des neuen Schuljahres keine Daten über ihre zu erwartenden Schüler benennen kann, gibt doch zu stark zu denken.

Und auch die rettende Aussage seitens Verwaltung, dass die Neuregelung der sog. Flexi-Kinder schwierig umzusetzen ist, ist hier keine Lösung: wäre zum richtigen Zeitpunkt bereits Maßnahmen ergriffen worden, hätten man nun keine Not. Die Ideen und Vorschläge hierzu (Erweiterung GS Falkenberg, 4-Zügigkeit Schröterschule, Neubau in modularer Bauweise, Container-Erweiterung Trupermoor, ...) lagen alle auf dem Tisch der Verwaltung. Das dies alles überraschend kommt, kann hier keinem rechten Glauben geschenkt werden.

Lilienthal, 10.06.2019

URL:http://gruene-lilienthal.de/startseite/news-detail/article/b90die_gruenen_kritisieren_kurzfristige_aenderung_der_schuleinzugsbezirke/