Wohnen und Soziales

Zusammenfassung:

Wohnen in Lilienthal soll bezahlbar, sozial gerecht und generationenübergreifend gedacht werden – mit dem Ziel, Teilhabe, Integration und Lebensqualität für alle zu sichern. Trotz begrenzter kommunaler Einflussmöglichkeiten auf den Wohnungsmarkt soll die Gemeinde ihre Spielräume aktiv nutzen, um soziale Balance und nachhaltige Entwicklung zu fördern.

Im Fokus stehen mehr bezahlbarer und geförderter Wohnraum, Azubi-Wohnen, flächensparende Nachverdichtung sowie Sanierung und energetische Modernisierung statt zusätzlicher Flächenversiegelung. Ein qualifizierter Mietspiegel, kostenfreie Energieberatung und sozial gestaffelte Entlastungen bei Energiekosten sollen Mieter*innen schützen. Altersgerechte Wohnangebote sollen Generationenwechsel ermöglichen, während Integrationsförderung, bessere berufliche Teilhabe und stärkere Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen – etwa durch einen Jugendbeirat und gezielte Unterstützungsangebote – den sozialen Zusammenhalt in der Gemeinde stärken.


Aus unserem Programm:

Wohnen ist ein Grundbedürfnis und muss für alle Menschen bezahlbar sein. Doch die Realität sieht auch bei uns leider anders aus: Der hohe Bedarf an Wohnraum in unserer Gemeinde hat die Mieten und Kaufpreise in den vergangenen Jahren deutlich stärker steigen lassen als Löhne und Gehälter. Und eine eigene Wohnung ist selbst für Menschen mit durchschnittlichen Einkommen fast unerschwinglich geworden. Daran Grundlegendes zu ändern, ist auf kommunaler Ebene unmöglich. Gleichwohl haben auch wir in unserer Gemeinde Möglichkeiten, zur Entschärfung der Krise auf dem Wohnungsmarkt mindestens beizutragen. Diese Möglichkeiten wollen wir gezielt nutzen. 

Wir wollen unseren Bürger*innen bezahlbaren und zu ihrer aktuellen Lebenssituation passenden Wohnraum zur Verfügung stellen und dabei gleichzeitig sorgsam mit Grund und Boden umgehen. Dabei muss sich die Gemeinde passend zur bestehenden Infrastruktur entwickeln, damit die vorhandenen Strukturen optimal ausgelastet werden. Wir wollen, dass unser öffentlicher Raum ansprechend gestaltet ist und die Menschen sich hier sicher fühlen. Das schafft Lebensqualität und ermöglicht Begegnung und Kommunikation.

Voraussetzung dafür ist, dass lärm- und abgasarme und gleichzeitig gesunde Formen der Fortbewegung wie Zufußgehen und Radfahren den erforderlichen Raum bekommen.

Das Thema Wohnen wird auch zukünftig eine große Rolle in unser aller Leben einnehmen.  Aufgrund dieser treibenden Faktoren setzen wir folgende Schwerpunkte, die jungen und alten Generationen gleichermaßen helfen sollen:

Günstigeren Wohnraum für Azubis: Wir setzten uns bereits erfolgreich für ein Azubi-Wohnheim ein. Auch zukünftig wollen wir durch weitere Projekte junge Menschen bei dem finanziell herausfordernden Schritt der ersten eigenen Wohnung helfen.

Nachverdichtung: Zur Schaffung von neuem Wohnraum unterstützt unsere Ratsfraktion aktiv, dass Bestandsgrundstücke nachverdichtet werden. Wir nutzen städtebauliche Instrumente, um neue Baugebiete und Bestandsgebiete so zu steuern, dass der Flächenverbrauch minimiert wird. Private Bauvorhaben sollen weitgehend durch Umnutzung, Aufstockung bestehender Gebäude oder andere bodennutzungseffiziente Ansätze realisiert werden.  Für die Außengebiete der Gemeinde wollen wir mithilfe einer neuen Außenbereichssatzung Neubauvorhaben durch Ausweisung von Baufenstern auf Bestandsgrundstücken erleichtern.

Geförderter Wohnraum: Wir unterstützen, dass ein Mindestanteil von 15-20% an bezahlbarem oder gefördertem Wohnraum in Neubauten großer Mehrfamilienkomplexe festgeschrieben werden.

Altersgerechtes Wohnen: Egal ob zur Miete oder im Eigentum: Eine wachsende Zahl von Menschen lebt in Wohnungen, die ihnen inzwischen längst zu groß geworden sind, weil die Kinder „aus dem Haus“ sind und / oder die Partnerin / der Partner verstorben ist. Diese Menschen wollen wir im Rahmen unserer regionalen Wohnungsmarktstrategie gezielt dabei unterstützen, freiwillig in eine andere, kleinere und altersgerechte Wohnung innerhalb ihres Quartiers umzuziehen. Das schafft Chancen für einen Generationenwechsel in Bestandsimmobilien, von dem wiederum junge Familien profitieren.

Sanierung statt Neubau: Im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung setzen wir auf steuerliche Förderung von Sanierungsvorhaben in ausgewiesenen Sanierungsquartieren, um Bestandsimmobilien zu erhalten und Abriss und Neubau zu vermeiden.

Qualifizierten Mietspiegel: Die Gemeinde soll einen qualifizierten Mietspiegel erstellen, um der ungebremsten Steigerung der Mieten etwas entgegenzusetzen.

Kostenfreie Energieberatung: Allen Bewohner*innen im Altbestand soll Zugang zu kostenfreier Energieberatung und Unterstützung bei energetischen Sanierungsmaßnahmen zur Verfügung gestellt werden. Eine sozial gestaffelte Härtefallregelung bei Heiz- und Stromkosten soll die Energiewende für alle möglich machen. Daneben unterstützen wir Energiegemeinschaften und Nachbarschaftsstrom bezüglich sozialer Aspekte.

Neben dem Aspekt „Wohnen“ muss auch die berufliche Teilhabe am gesellschaftlichen Leben in Lilienthal weiter gefördert werden. Wir setzen uns für die Sicherstellung und Fortführung von Integrationskursen ein, die schnelle Anerkennung von Bildungs- und Berufsabschlüssen und für eine Bleibeperspektive für bereits gut integrierte Menschen aus anderen Ländern.

Auch die Integration von älteren und eingeschränkten Einwohner*innen, die in Einrichtungen wohnen, möchten wir durch sozialpädagogische Projekte und durch Verbesserung der Lebensumstände fördern.

Wir setzen uns dafür ein, dass die Lilienthaler Kinder und Jugendlichen mehr Möglichkeiten bekommen, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Es ist uns wichtig, dass sie eine eigene Perspektive einbringen und so lebendige Demokratie praktizieren können. Wir wollen einen Jugendbeirat einrichten, um unseren Kindern und Jugendlichen mehr Gehör und Mitspracherecht in allen zentralen Belangen zu verschaffen. Besonders der Aspekt “gesundes Aufwachsen in einer bewegungsfreundlichen und anregungsreichen Umgebung“ soll dabei Priorität haben. Wir unterstützen und fördern haupt- und ehrenamtliche Einrichtungen sowie Projekte der Gemeinde und der Freiwilligenagentur, die Kinderrechte stärken wollen. Des Weiteren planen wir den Ausbau und die Vernetzung bestehender Strukturen und die Einführung eines „Jugendfreizeitpasses“ für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche.

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