Umwelt- und Naturschutz

Zusammenfassung:

Lilienthal soll Natur-, Arten- und Klimaschutz systematisch stärken – durch konsequentes Flächenmanagement, transparente Berichterstattung und konkrete Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität. Ziel ist es, ökologische Ausgleichsflächen priorisiert zu schaffen und Natur- sowie Landschaftsschutzgebiete langfristig zu sichern und auszubauen.

Dazu gehören ein öffentlich geführter Flächenpool, regelmäßige Umweltberichte sowie die aktive Unterstützung zusätzlicher Schutzgebiete. Gegen den Artenrückgang sollen Streuobstwiesen, Blühflächen auf privaten, gewerblichen und öffentlichen Flächen, eine Baumschutzsatzung und extensive Pflegekonzepte beitragen. Ergänzend setzten wir auf Umweltbildung – etwa durch ein „Grünes Klassenzimmer“ und einen Aktionstag Umweltschutz – um Naturschutz dauerhaft gesellschaftlich zu verankern.


Aus unserem Programm:

Die Schaffung der gesetzlich vorgeschriebenen Ausgleichsflächen auf gemeindlichem Gebiet ist von hoher Bedeutung und genießt im Flächenmanagement der Gemeinde Priorität. Die Ausgleichsflächen sind unter Achtung von ökologischen, ökonomischen und sozialen Interessen zu schaffen, was eine entsprechende Planung unter Einbeziehung von Landnutzern erfolgt, um möglichen Konflikten zu begegnen.

In einer jährlich aktualisierten Übersicht wird der gemeindliche Flächenpool veröffentlicht. Die Verwaltung der Gemeinde Lilienthal stellt der Öffentlichkeit alle drei Jahre einen Umweltbericht zur Verfügung. Der Umweltbericht gibt Auskunft über Boden, Gewässerschutz, Natur- und Landschaftsschutz / -pflege sowie Lärmemissionen.

Ferner ist der kommunale Klimaschutz ein wichtiger Bestandteil dieses Berichts.

Die gemeindlichen Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete sind Flächen, die Lebensraum für schutzbedürftige Tier- und Pflanzenarten sind. Ebenso dienen sie der Naherholung und prägen das Ortsbild.

Die Gemeinde Lilienthal setzt sich auf Kreisebene dafür ein, dass entsprechende Ressourcen zum Schutz und zur Pflege dieser Flächen bereitstehen und begleitet den Prozess zur Ausweisung weiterer Flächen als Natur- und Landschaftsschutzgebiete positiv.

Der weltweite Artenschwund erfordert umfassende kommunale Maßnahmen, um die Biodiversität zu erhalten. In Niedersachsen sind knapp 50% der heimischen Tier- und Pflanzenarten auf dem Rückzug, besonders das Insektensterben ist bedrohlich. Mit dem angepassten „Niedersächsischen Weg“ konnte ein wichtiger Rahmen geschaffen werden, der durch lokale Maßnahmen vor Ort ergänzt und erweitert kann:

Streuobstwiesen: Schaffung und Erweiterung von Streuobstwiesen (z.B. als Ausgleichsflächen).

Privat- und Gewerbeflächen: Blühwiesen und Blühstreifen auf privaten und gewerblichen Grund: Die Gemeinde stellt entsprechende Samenmischungen für Privatpersonen bereit und unterstützt dabei, diese fachgerecht auszubringen. Gewerbliche Unternehmen werden dabei unterstützt, Betriebsflächen naturnah zu gestalten und können in Kooperation mit der Gemeinde und ortsansässigen Vereinen Beratung bei der Umgestaltung des Geländes erhalten.

Öffentliche Flächen: Bei der Schaffung von Grünanlagen genießen Blühwiesen den Vorzug. Verkehrsinseln und ähnliche Kleinflächen werden mit mehrjährigen, einheimischen Blühstauden bepflanzt. Eine zentrale gemeindliche Fläche wird als Beispielfläche für Biodiversität hergerichtet und soll Bürger*innen dafür gewinnen, solche Blühzonen auf ihren Privatgrundstücken anzulegen. Straßenbegleitgrün wird stufig gemäht, so dass auch wildwüchsige Teile erhalten bleiben.

Aufklärung: Bewusst belassenen Brachen werden entsprechend gekennzeichnet, etwa durch Infotafeln, die über ihren ökologischen Wert aufklären.

Baumschutzsatzung: Der vorhandene Entwurf für eine Baumschutzsatzung aus 2020 wird erneut in den Gemeinderat eingebracht.

Bildung ist für einen umfassenden Natur- und Umweltschutz eminent wichtig. Sie legt den Grundstein für einen schonenden, rücksichtsvollen Umgang mit der Natur. Als gesellschaftliche Gesamtaufgabe sollen mit Vereinen, Verbänden und Institutionen Projekte geschaffen werden, die Schulen und Kitas naturnahe Bildung ermöglichen:

Grünes Klassenzimmer: Die Gemeinde stellt eine Fläche bereit, die Schulunterricht außerhalb des Schulgebäudes ermöglicht und Natur anfass- und erlebbar macht.

Aktionstag Umweltschutz: Durch Kooperation von ehrenamtlich aktiven Bürger*innen wird ein „Aktionstag Umweltschutz“ in den Kitas und Schulen etabliert — idealerweise im Rahmen der europäischen Nachhaltigkeitswoche.

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