Der Baum ist gerettet. Vorerst.

Es fing mit einer mutigen Frau aus der Nachbarschaft an, die eine Fällung der alten Linde vor der Klosterkirche in letzter Minute verhinderte. Danach schlug das Thema Baumfällung durch ein Votum des Kirchenvorstandes in Lilienthal hohe Wellen: es gab empörte Leserbriefe, Spendenaufrufe, ein Plakat am Baum, ein offener Brief an die Kirche als Besitzerin der Linde und einige Gespräche hinter den Kulissen. Zur Begründung der Notwendigkeit einer Fällung gaben die Zuständigen an, dass aufgrund von Trockenschäden, der Pflegeaufwand gestiegen wäre und die Kirche dafür kein Geld hätte. Deshalb solle der Baum verschwinden und stattdessen ein junges Bäumchen gepflanzt werden.

Da die Gemeinde Lilienthal keine Baumschutzsatzung hat, darf jede private Person oder Körperschaft Bäume fällen lassen, sofern diese auf deren Grundstück stehen. Dass der „Nutzen“ eines Baumes über die privaten Interessen des Besitzers hinaus gehen könnte, spielt dabei keine Rolle. 

Bäume spenden Schatten, absorbieren Feinstaub, kühlen die Umgebungstemperatur im Sommer, speichern CO2 und produzieren den Sauerstoff, den wir Menschen zum Atmen brauchen. Dabei halten sie sich nicht an die Grenzen eines Privatgrundstücks. Vielmehr verschenken Bäume ihre Leistung an alle Lebewesen. Wir sind dringend darauf angewiesen. 

Allerdings brauchen insbesondere Straßenbäume regelmäßige Pflege, um diese Leistung erbringen zu können. Vor diesem Hintergrund ist der kirchliche Appell „Schöpfung bewahren“ wohl zu ergänzen mit „aber nur wenn es nichts kostet“??

Für dieses Jahr ist der Baum gerettet, dank privater Spenden. Ein starker Rückschnitt soll den Baum und wohl auch die darunter parkenden Autos schützen. Ob dies gelingt, wird unterschiedlich diskutiert. So werden als mögliche Auslöser der Baumschwächung auch beschädigtes Wurzelwerk, sowie Pilzbefall genannt.

Für die Rettung des Baumes sind viele tolle Lilienthaler*innen verantwortlich, die sich nicht einfach mit der fragwürdigen Zerstörung von Natur abfinden wollen und die ins Handeln kommen. Der Fall zeigt klar: Du kannst einen Unterschied machen! Danke dafür!

Karin Trodler

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